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Griffelbeinbruch beim Pferd: OP, Behandlung und Prognose

Griffelbeinbruch beim Pferd: Behandlung und Prognose

Ein Griffelbeinbruch kann für das betroffene Pferd schmerzhaft sein, lässt sich in der Regel jedoch gut behandeln. Entscheidend ist, die Verletzung frühzeitig zu erkennen und die passende Therapie einzuleiten.

Je nach Lage und Art des Bruchs kommen eine konservative Behandlung oder eine Operation infrage. Nach einer sorgfältigen Rehabilitation ist die Belastbarkeit des Pferdes häufig wieder vollständig gegeben.

Wie entsteht ein Griffelbeinbruch beim Pferd?

Griffelbeinbrüche entstehen häufig auf der Weide. Mögliche Ursachen sind:

  • der Tritt eines anderen Pferdes,
  • Stürze,
  • Stolpern,
  • Unebenheiten im Boden,
  • das Anschlagen des Beins an eine feste Stange,
  • Verletzungen beim Wälzen,
  • das Streichen mit dem eigenen Bein.

In Einzelfällen können auch eine übermäßige Belastung durch zu hartes Training oder ein fehlendes beziehungsweise zu kurzes Aufwärmen eine Gefahr für diese empfindliche Knochenstruktur darstellen.

Ein Griffelbeinbruch ist dabei nicht mit einem vollständigen Beinbruch gleichzusetzen.

Was ist das Griffelbein beim Pferd?

Die Griffelbeine sind zwei sehr dünne und längliche Knochen, die sich an der Rückseite des Röhrbeins befinden. Da jedes Pferdebein über zwei Griffelbeine verfügt, besitzt ein Pferd insgesamt acht Griffelbeine.

Ursprünglich handelte es sich bei ihnen um die zweite und vierte Zehe des Pferdes. Diese haben sich im Laufe der Evolution immer weiter zurückgebildet.

Heute besitzen die Griffelbeine keine tragende Funktion mehr. Sie dienen jedoch weiterhin der Stützung der darüberliegenden Knochen und als Ansatz für Bänder.

Aufgrund ihrer schmalen Form sind sie besonders anfällig für Frakturen. Ein Bruch kann dadurch zu Problemen im betroffenen Pferdebein führen.

Welche Symptome kann ein Griffelbeinbruch verursachen?

Die Symptome eines Griffelbeinbruchs sind nicht immer eindeutig. Beschwerden in diesem Bereich können auch auf andere Erkrankungen hinweisen, beispielsweise auf Probleme an den Sehnen.

In vielen Fällen gibt deshalb erst ein Röntgenbild des betroffenen Beins zuverlässigen Aufschluss. Teilweise kann das gebrochene Knochenstück bereits beim Abtasten des Beins ertastet werden.

Bei einem gedeckten, also nicht offenen Bruch, können folgende Anzeichen auftreten:

  • Lahmheit,
  • eine Schwellung im Bereich des Bruchs,
  • Druckempfindlichkeit.

Ein offener Bruch ist deutlicher erkennbar, da zusätzlich eine Verletzung der Haut vorliegt.

Bemerken Sie eine offene Wunde im Bereich der Griffelbeine, sollten Sie unverzüglich eine Tierärztin oder einen Tierarzt verständigen.

Wie wird ein Griffelbeinbruch diagnostiziert?

Zu Beginn werden Röntgenaufnahmen angefertigt. Sie dienen dazu, die genaue Lage der Fraktur zu bestimmen.

Die Position der Bruchstelle ist für die weitere Behandlung entscheidend. Auf dieser Grundlage wird beurteilt, ob eine konservative Therapie möglich ist oder ob eine Operation erforderlich wird.

Wie wird ein Griffelbeinbruch behandelt?

Für die Behandlung stehen grundsätzlich zwei Möglichkeiten zur Verfügung:

  • die konservative Therapie,
  • die operative Therapie.

Welche Behandlung infrage kommt, hängt von der Art und Lage des Bruchs sowie von möglichen Begleitveränderungen ab.

Wann ist eine konservative Behandlung möglich?

Bei einer konservativen Therapie ist eine mehrwöchige, strikte Boxenruhe erforderlich.

Zusätzlich wird das Pferd mit entzündungshemmenden Medikamenten und Verbänden behandelt.

Diese Form der Behandlung kommt nur infrage, wenn:

  • es sich um einen gedeckten Bruch handelt,
  • keine Knochenzubildungen entstanden sind,
  • sich das abgebrochene Knochenfragment nicht verlagert.

Bereitet das gebrochene Griffelbein Probleme oder liegt ein offener Bruch vor, ist eine Operation meist notwendig.

Wie läuft eine Griffelbein-Operation ab?

Der genaue Ablauf der Operation richtet sich danach, an welcher Stelle des Griffelbeins der Bruch liegt.

Befindet sich die Fraktur im unteren Bereich, können abgebrochene Knochenstücke und Knochenzubildungen in der Regel entfernt werden.

Grundsätzlich muss das obere Drittel des Griffelbeins erhalten bleiben. Die unteren zwei Drittel können hingegen meist entfernt werden.

Die Aussage, das Griffelbein sei vollständig überflüssig, ist daher nicht korrekt. Das obere Drittel besitzt eine wichtige Stützfunktion für die darüberliegenden Gelenkknochen des Sprung- beziehungsweise Karpalgelenks und dient ihnen als eine Art Plattform.

Liegt der Bruch im oberen Bereich des Griffelbeins, können einzelne Bruchstücke verschraubt werden.

Wie verläuft die Nachsorge nach der Operation?

Auch nach einer Griffelbein-Operation benötigt das Pferd zunächst Boxenruhe.

Anschließend kann es schrittweise wieder an Bewegung und Belastung gewöhnt werden. Nach einer entsprechenden Rehabilitation ist die vollständige Belastbarkeit in der Regel wieder gegeben.

Wichtig ist, das Pferd nicht zu früh zu belasten und die Heilungsphase konsequent einzuhalten.

Welche Verbindung besteht zwischen Griffelbein und Fesselträger?

Das Griffelbein liegt in unmittelbarer Nähe zum Fesselträger.

Durch die Fraktur selbst oder durch narbiges Knochengewebe kann eine raue Oberfläche am Knochen entstehen. Diese kann für den Fesselträger problematisch werden, da er sich an den betroffenen Stellen aufscheuern kann.

Eine mögliche Beteiligung des Fesselträgers kann mithilfe einer Ultraschalluntersuchung beurteilt werden.

Auch während der Operation ist eine Beurteilung und Behandlung des Fesselträgers möglich.

Die weitere Therapie hängt vom Ausmaß der Verletzung ab. Gleiches gilt für die Prognose hinsichtlich einer späteren sportlichen Nutzung des Pferdes.

Wie ist die Prognose bei einem Griffelbeinbruch?

Die Prognose ist in der Regel sehr gut. Eine vollständige Heilung ist häufig realistisch.

Wichtig ist, den Griffelbeinbruch möglichst frühzeitig zu behandeln. Dadurch können mögliche Komplikationen und Schäden an den Sehnenstrukturen vermieden werden.

Während der Heilungsphase sollten insbesondere folgende Punkte beachtet werden:

  • Infektionen vermeiden,
  • die notwendige Boxenruhe einhalten,
  • das Pferd nicht zu früh belasten,
  • die Bewegung schrittweise steigern,
  • die Rückkehr ins Training kontrolliert gestalten.

Nach abgeschlossener Heilung und Rehabilitation kann das Pferd häufig wieder sportlich genutzt werden.

Eine Ausnahme können Brüche im oberen Bereich des Griffelbeins, am sogenannten Griffelbeinköpfchen, darstellen. In diesen Fällen ist die Prognose individuell zu beurteilen.

Griffelbeinbruch frühzeitig behandeln

Ein Griffelbeinbruch ist in vielen Fällen gut behandelbar. Voraussetzung ist eine frühzeitige Diagnose und eine konsequente Therapie und Nachsorge.

Wir sind für Sie da.


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Kastration

Hengst kastrieren: im Stall oder im OP?

Die Kastration gehört zu den am häufigsten durchgeführten Operationen in der Pferdemedizin. Sie kann sowohl ambulant im heimischen Stall als auch unter klinischen Bedingungen erfolgen.

Welche Methode für einen Hengst infrage kommt, sollte individuell beurteilt werden. Dabei spielen unter anderem das Alter des Pferdes, seine Entwicklung, das Verhalten, die Haltungsbedingungen und die gewünschte Nachsorge eine Rolle.

Wann sollte ein Hengst kastriert werden?

Hengste werden in der Regel im Alter von etwa zwölf bis achtzehn Monaten geschlechtsreif. Ab diesem Zeitpunkt können sich je nach Pferd, Aufzucht und Umgang erste hengsttypische Verhaltensweisen zeigen.

Mögliche Schwierigkeiten können innerhalb der Herde oder im Kontakt mit Menschen auftreten. Wie stark diese Verhaltensweisen ausgeprägt sind, unterscheidet sich von Pferd zu Pferd und sollte daher immer individuell beurteilt werden.

Junge Hengste, die nicht für die Zucht vorgesehen sind, können im Alter von zwei bis vier Jahren kastriert werden. In diesem Alter haben sich unerwünschte Verhaltensweisen häufig noch nicht vollständig gefestigt. Dadurch kann auch die weitere Ausbildung ruhiger beginnen.

Grundsätzlich ist eine Kastration auch bei älteren Hengsten möglich. In diesem Fall sollten mögliche Risiken und die notwendige Nachsorge besonders sorgfältig besprochen werden.

Warum kann eine Kastration sinnvoll sein?

Wallache sind im täglichen Umgang und im Reitsport häufig leichter zu handhaben.

Auch die Haltung innerhalb einer Herde kann bei Hengsten erschwert sein. In vielen Fällen bleiben ihnen regelmäßige Sozialkontakte mit anderen Pferden verwehrt. Dies kann zu einer Haltung führen, die den natürlichen Bedürfnissen des Pferdes nur eingeschränkt entspricht.

Diese Aspekte sollten Pferdehalter bei der Entscheidung für oder gegen eine Kastration berücksichtigen.

Welche Kastrationsmethode ist für mein Pferd geeignet?

Eine Kastration kann ambulant am Stall oder unter klinischen Bedingungen durchgeführt werden. Die verschiedenen Methoden unterscheiden sich insbesondere durch das Operationsumfeld, den Wundverschluss und die Anforderungen an die Nachsorge.

Welche Variante für das jeweilige Pferd geeignet ist, sollte individuell entschieden werden.

Ambulante Kastration am Stall

Bei jungen Hengsten kann die Kastration im gewohnten Umfeld eine schnelle und unkomplizierte Möglichkeit sein.

Für die ambulante Operation wird der Hengst in eine kurze Vollnarkose versetzt. Anschließend wird er in einer Box, auf einer Wiese oder auf einem geeigneten Untergrund wie einer Halle oder einem Reitplatz abgelegt.

Die Hodensäcke werden eröffnet und die Hoden abgeklemmt und entfernt.

Da das Umfeld außerhalb eines Operationsbereichs nicht steril ist, wird hierbei die offene Operationsmethode angewendet. Die Wunde wird nach dem Eingriff nicht verschlossen, damit Sekret und Keime abfließen können.

Diese Methode ist in der Pferdemedizin verbreitet sowie zeit- und kostensparend. Sie erfordert jedoch eine sorgfältige Nachsorge, um Infektionen möglichst zu vermeiden.

Kastration im Stehen

Die Kastration im Stehen wird teilweise noch durchgeführt.

Diese Methode wird aufgrund der möglichen Komplikationen und langfristigen Folgen nicht empfohlen.

Zu den möglichen Folgen zählen:

  • Narbenbildung,
  • Fistelbildung,
  • nicht vollständig entferntes Hodengewebe,
  • weitere anhaltende Beschwerden.

Das Risiko möglicher Komplikationen sollte bei der Wahl der Operationsmethode berücksichtigt werden.

Welche Möglichkeiten gibt es in der Praxis / Klinik?

Neben der ambulanten Kastration am Stall stehen zwei weitere Methoden unter klinischen Bedingungen zur Verfügung.

Aus medizinischen Gründen werden diese Varianten bevorzugt.

Sterile Kastration in Vollnarkose

Als bevorzugte Methode gilt die sterile Kastration in Vollnarkose auf dem OP-Tisch.

Das Pferd wird dafür im Operationsbereich steril vorbereitet. Anschließend wird die Kastration durchgeführt, die Gefäße werden versorgt und die Wunde vollständig verschlossen.

Der geschlossene Wundverschluss soll verhindern, dass nach dem Eingriff Keime in die Operationswunde eindringen. Das verwendete Nahtmaterial löst sich selbst auf und muss nicht entfernt werden.

Bei dieser Methode können die Pferde meist bereits wenige Tage nach dem Eingriff wieder geritten werden. Schwellungen und Infektionen treten nur selten auf.

Offene Kastration unter klinischen Bedingungen

Eine weitere Möglichkeit ist die offene Kastration in einer gepolsterten und sehr sauberen Aufwachbox.

Das Pferd wird hierfür in eine Kurznarkose versetzt. Anschließend erfolgt die Operation wie bei der ambulanten Kastration am Stall. Die Wunde wird nicht verschlossen.

Das Infektionsrisiko ist unter diesen Bedingungen geringer als im Stall oder auf der Weide. Gleichzeitig kann während der Operation auf mögliche Besonderheiten schneller reagiert werden als bei einem ambulanten Eingriff.

Was ist nach der Kastration zu beachten?

Nach einer Kastration ist eine sorgfältige Nachsorge wichtig.

Das Pferd sollte ausreichend, aber nur leicht bewegt werden. Dies kann dazu beitragen, Wundschwellungen zu vermeiden.

In den Tagen nach dem Eingriff sollten Sie außerdem:

  • die Körpertemperatur des Pferdes kontrollieren,
  • auf Veränderungen im Verhalten achten,
  • Auffälligkeiten frühzeitig erkennen,
  • die Hinweise zur Nachsorge genau beachten.

Die notwendige Nachsorge hängt von der gewählten Operationsmethode und dem Verlauf des Eingriffs ab.

Welche Kastrationsmethode passt zu Ihrem Pferd?

Ob die Kastration am Stall oder unter klinischen Bedingungen durchgeführt wird, sollte individuell entschieden werden.

Vor dem Eingriff sollten die möglichen Methoden, Risiken und Anforderungen an die Nachsorge ausführlich besprochen werden.

Auch nach der Kastration stehen wir Ihnen bei Fragen zur Verfügung.

Wir sind für Sie da.


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Kolik beim Pferd: Symptome erkennen und richtig handeln

Kolik beim Pferd: Schnelle Reaktion zählt

Eine Kolik ist beim Pferd immer ein medizinischer Notfall. Je früher eine Tierärztin oder ein Tierarzt verständigt wird, desto größer ist die Chance, schwere Komplikationen zu vermeiden.

Da Pferde Schmerzen teilweise lange verbergen und selbst schwere Koliken mit vergleichsweise geringen Symptomen einhergehen können, sollten ungewohnte Verhaltensweisen ernst genommen werden.

Was ist eine Kolik beim Pferd?

Der Begriff Kolik beschreibt zunächst Schmerzen im Bauchbereich des Pferdes. Er sagt noch nichts darüber aus, welches Organ betroffen ist oder welche Ursache den Beschwerden zugrunde liegt.

Der Magen-Darm-Trakt des Pferdes ist sehr lang, komplex und empfindlich gegenüber unterschiedlichen Einflüssen. Die möglichen Auslöser einer Kolik sind daher vielfältig.

Unabhängig von der Ursache birgt jede Kolik ein ernst zu nehmendes Risiko. Im schlimmsten Fall kann sie tödlich verlaufen. Bei verdächtigen Symptomen ist deshalb umgehendes Handeln erforderlich.

Wie verhalten Sie sich bei einer Kolik richtig?

Zeigt Ihr Pferd mögliche Anzeichen einer Kolik, sind Sorge und Unsicherheit verständlich. Dennoch ist es wichtig, möglichst ruhig zu bleiben, damit Sie Ihr Pferd nicht zusätzlich beunruhigen.

Verständigen Sie so schnell wie möglich eine Tierärztin oder einen Tierarzt. Es kann außerdem hilfreich sein, eine weitere Person hinzuzuziehen, die Sie im Umgang mit dem Pferd und bei notwendigen Vorbereitungen unterstützt.

Achten Sie dabei immer auf Ihre eigene Sicherheit. Eine Kolik kann mit so starken Schmerzen verbunden sein, dass auch ein normalerweise ruhiges Pferd unkontrolliert reagiert.

Das Pferd sollte deshalb ausreichend freien Raum haben. Gegenstände und Begrenzungen, an denen es sich verletzen könnte, sollten möglichst vermieden werden. Auch die helfenden Personen benötigen ausreichend Platz, um bei plötzlichen Bewegungen ausweichen zu können.

Was können Sie bis zum Eintreffen des Tierarztes tun?

Nachdem Sie tierärztliche Hilfe verständigt haben, können Sie einige vorbereitende Maßnahmen ergreifen.

Futter entfernen

Nehmen Sie Ihrem Pferd das Futter weg. Wasser sollte nur nach Rücksprache mit der Tierärztin oder dem Tierarzt angeboten werden.

Bewegung nur ohne zusätzlichen Stress

Leichte Bewegung kann krampflösend wirken. Sie können Ihr Pferd führen oder in ruhigem Tempo an der Longe bewegen.

Erzwingen Sie die Bewegung jedoch nicht. Wenn das Pferd dadurch zusätzlichen Stress oder erkennbar mehr Unwohlsein empfindet, sollte es nicht weiter bewegt werden.

Hinlegen und Wälzen unter Aufsicht

Möchte sich das Pferd hinlegen oder wälzen, können Sie dies unter Ihrer Aufsicht zulassen.

Bringen Sie das Pferd dafür an einen Ort mit ausreichend Platz und einem weichen Untergrund, beispielsweise in eine Reithalle oder auf einen geeigneten Paddock. Es sollte sich dort weder zusätzlich verletzen noch festlegen können.

Transport frühzeitig vorbereiten

Falls ein Transport in eine Pferdepraxis /-klinik erforderlich wird, sollte rechtzeitig ein geeignetes Zugfahrzeug mit Pferdeanhänger organisiert werden.

Idealerweise klären Sie bereits im Vorfeld, welche Transportmöglichkeit Ihnen im Notfall zur Verfügung steht. Auch ein regionales Pferdetransportunternehmen kann für einen geplanten oder kurzfristig notwendigen Transport infrage kommen.

Warum sollten Sie sich frühzeitig mit einer möglichen Operation beschäftigen?

Bei einem schweren Kolikverlauf kann eine Operation notwendig werden. Die Entscheidung dafür muss im Ernstfall häufig schnell getroffen werden.

Es ist daher sinnvoll, sich bereits im Alltag mit dieser Möglichkeit auseinanderzusetzen. Da eine Kolikoperation mit hohen Kosten verbunden sein kann, kann auch der Abschluss einer OP-Versicherung für das Pferd in Betracht gezogen werden.

Wie hoch ist das Risiko einer Kolik?

Jede Kolik kann für das betroffene Pferd gefährlich werden. Entscheidend ist, die möglichen Anzeichen frühzeitig zu erkennen und unverzüglich tierärztliche Hilfe anzufordern.

Die Stärke der sichtbaren Symptome lässt keine sichere Aussage über die Schwere der Kolik zu. Manche Pferde zeigen trotz eines schweren Verlaufs nur geringe Beschwerden.

Als Pferdehalter ist deshalb eine gute Beobachtungsgabe besonders wichtig.

Was kann eine Kolik auslösen?

Eine Kolik kann viele unterschiedliche Ursachen haben. Mögliche Auslöser sind:

  • Stress,
  • Wetterveränderungen,
  • zu viel oder ungeeignetes Futter,
  • eine unzureichende Flüssigkeitsaufnahme,
  • akute Magen-Darm-Erkrankungen,
  • Verlagerungen oder Verdrehungen des Darms,
  • Verstopfungen,
  • Darmverschlüsse,
  • Stoffwechselstörungen,
  • Infektionen.

Einige Pferde reagieren empfindlicher auf äußere Einflüsse und sind dadurch häufiger von Koliken betroffen als andere.

Welche Rolle spielen Futter, Stress und Wetter?

Viele Koliken stehen im Zusammenhang mit der Fütterung, Stress oder Wetterumschwüngen. Sie können als Krampf- oder Gaskolik auftreten.

Bei einer schnellen Reaktion des Pferdebesitzers können solche Koliken häufig medikamentös behandelt und rasch gelöst werden.

Insbesondere zu Beginn der Weidesaison treten Koliken vermehrt auf. Ein möglicher Grund ist die zu schnelle Umstellung auf größere Mengen frischen Grases.

Fütterungsfehler können außerdem Verstopfungen oder Gaskoliken verursachen. Bei einer Gaskolik entsteht durch das aufgenommene Futter übermäßig viel Gas. Das Pferd wirkt dadurch aufgegast und zeigt häufig einen deutlich vergrößerten Bauchumfang.

Welche Koliken können besonders schwer verlaufen?

Anatomische Ursachen führen häufig zu schwereren Kolikverläufen, die stationär oder operativ behandelt werden müssen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Abschnürungen des Darms durch Lipome,
  • das Einklemmen einzelner Darmabschnitte,
  • Verlagerungen des Darms,
  • Verschlingungen des Darms.

Diese Veränderungen können mit heftigen Koliksymptomen verbunden sein und erfordern eine umgehende Behandlung.

Unbehandelt können Teile des Darms absterben. Dies kann zum Tod des Pferdes führen. In solchen Fällen ist eine schnellstmögliche Operation notwendig.

Welche Symptome können auf eine Kolik hindeuten?

Pferde sind als Fluchttiere in der Lage, Schmerzen lange zu verbergen. Für Pferdehalter ist es deshalb nicht immer einfach, eine Kolik frühzeitig zu erkennen.

Auch geringe Symptome können mit einem schweren Verlauf verbunden sein. Bei fraglichem oder für Ihr Pferd ungewöhnlichem Verhalten sollte deshalb immer eine Tierärztin oder ein Tierarzt verständigt werden.

Mögliche Koliksymptome sind:

  • Fressunlust oder Appetitverlust,
  • Scharren,
  • fehlender oder verminderter Kot- beziehungsweise Urinabsatz,
  • Treten unter den Bauch,
  • häufiges Umschauen zum Bauch,
  • Flehmen,
  • Wälzen,
  • allgemeine Unruhe,
  • starkes Schwitzen,
  • beschleunigte Atmung,
  • unruhiges Auf- und Niedergehen.

Wie wird eine Kolik untersucht und behandelt?

Nach dem Eintreffen beginnt die Tierärztin oder der Tierarzt mit der Untersuchung und Behandlung des Pferdes.

In einem ersten Schritt können krampflösende und schmerzlindernde Medikamente verabreicht werden. Bei einer leichten Kolik ohne weitere Komplikationen kann dies bereits ausreichen, um die Beschwerden zu lindern und die normale Darmaktivität wiederherzustellen.

Zusätzlich wird häufig eine rektale Untersuchung durchgeführt. Damit können mögliche Verlagerungen oder Verstopfungen erkannt werden.

Auch das Einführen einer Nasenschlundsonde kann der weiteren Diagnostik dienen. Auf diese Weise lassen sich der Mageninhalt und damit verbundene Probleme beurteilen.

Zeigen die Medikamente nicht die gewünschte Wirkung oder ergeben sich bei den weiterführenden Untersuchungen Hinweise auf Komplikationen wie einen Darmverschluss, sollte das Pferd in eine Pferdepraxis /-klinik transportiert werden.

Wann ist eine stationäre oder operative Behandlung notwendig?

In der Praxis / Klinik wird zunächst versucht, die Kolik konservativ, also ohne Operation, zu behandeln.

Viele Koliken können sich unter intensivmedizinischer Betreuung und mithilfe von Infusionstherapien lösen.

Ist eine konservative Behandlung nicht ausreichend, kann ein operativer Eingriff erforderlich werden. In diesem Fall muss schnell gehandelt werden.

Wie sind die Überlebenschancen nach einer Kolik?

Eine leichte Kolik kann häufig medikamentös behandelt werden.

Bei schweren Verläufen kann hingegen Lebensgefahr bestehen, insbesondere wenn das Pferd bereits stark geschwächt und die Aktivität sowie Vitalität des Darms deutlich beeinträchtigt sind.

Spät erkannte Koliken und schwere Verläufe haben grundsätzlich eine schlechtere Prognose.

Muss ein Pferd aufgrund einer schweren Kolik operiert werden, bestehen nach der Operation und einer mehrwöchigen Regenerationsphase in vielen Fällen gute Aussichten auf ein Weiterleben wie vor dem Eingriff. Auch eine spätere reiterliche Nutzung ist grundsätzlich möglich.

Bei Verdacht auf eine Kolik sofort handeln

Warten Sie bei möglichen Koliksymptomen nicht ab. Bleiben Sie ruhig, achten Sie auf Ihre Sicherheit und verständigen Sie unverzüglich eine Tierärztin oder einen Tierarzt.

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Hufrehe beim Pferd: Symptome, Diagnose und Behandlung

Eine Hufrehe ist für das betroffene Pferd sehr schmerzhaft und erfordert schnelles tierärztliches Handeln. Je nach Krankheitsstadium können unterschiedliche Symptome auftreten. Eine frühzeitige Untersuchung und Behandlung sind wichtig, um die Entzündung zu lindern und mögliche Veränderungen des Hufbeins zu verhindern.

Was ist eine Hufrehe?

Bei einer Hufrehe handelt es sich um eine Entzündung der Huflederhaut. Durch die Entzündung entsteht innerhalb des Hufes eine Schwellung.

Da die feste Hornkapsel eine Ausbreitung der Schwellung verhindert, kann im Huf ein teilweise sehr starker Druckschmerz entstehen. Gleichzeitig wird die Blutversorgung des Hufes beeinträchtigt.

Wird die Hufrehe nicht behandelt und klingt die Entzündung nicht ab, kann die Blutversorgung zunehmend eingeschränkt werden. Der Huf wird dadurch nicht mehr ausreichend versorgt.

In der Folge kann sich das Hufbein von der Hornkapsel lösen, absenken oder innerhalb der Hornkapsel verdrehen.

Wie lässt sich eine Hufrehe erkennen?

Bei einer Hufrehe wird zwischen der akuten und der chronischen Form unterschieden. Welche Symptome auftreten, hängt vom jeweiligen Krankheitsstadium ab.

Bereits vor einem akuten Reheschub können einzelne Anzeichen auf eine beginnende Entzündung hinweisen.

Mögliche erste Symptome sind:

  • Unwilligkeit beim Geben der Hufe,
  • zeitweise leichtes Lahmen im Schritt oder Trab,
  • ein auffällig fühliges Gangbild.

Welche Symptome treten bei einem akuten Reheschub auf?

Mit Beginn eines akuten Reheschubs zeigen sich meist deutlichere Beschwerden. Das Pferd lahmt erkennbar und ist in seiner Bewegung eingeschränkt.

Die betroffenen Gliedmaßen werden nach Möglichkeit entlastet. Viele Pferde legen sich auch hin.

Weitere mögliche Anzeichen sind:

  • spürbar warme Hufe,
  • eine tastbare Pulsation der Arterien,
  • deutliche Lahmheit,
  • eingeschränkte Bewegung,
  • Entlasten der betroffenen Gliedmaßen,
  • vermehrtes Hinlegen.

Am häufigsten betrifft die Hufrehe beide Vorderhufe gleichzeitig. Sie kann jedoch auch nur an einem Huf, ausschließlich an den Hintergliedmaßen oder an allen vier Gliedmaßen auftreten.

Wie entwickelt sich eine chronische Hufrehe?

Unbehandelt kann sich eine akute Hufrehe zu einer chronischen Hufrehe entwickeln. Diese kann über Wochen oder Monate anhalten.

Aufgrund der starken Schmerzen wirken viele betroffene Pferde apathisch. Häufig zeigen sie einen verringerten Appetit und eine deutliche Bewegungsunlust.

Im weiteren Krankheitsverlauf kann am Huf außerdem eine verbreiterte weiße Linie sichtbar werden.

Verdacht auf Hufrehe: So handeln Sie richtig

Eine Hufrehe ist immer ein akuter tiermedizinischer Notfall und sollte umgehend behandelt werden.

Wenn Sie befürchten, dass Ihr Pferd an Hufrehe erkrankt ist, kontaktieren Sie schnellstmöglich eine Tierärztin oder einen Tierarzt. Nur so kann eine sichere Diagnose gestellt und mit der entsprechenden Behandlung begonnen werden.

Bis zum Eintreffen der tierärztlichen Hilfe können Sie bereits einige Sofortmaßnahmen ergreifen.

Dazu gehören:

  • das Kühlen der betroffenen Hufe mit Wasser oder Eis,
  • das Bereitstellen eines weichen Untergrundes.

Zum Kühlen können sich Hufschuhe oder Babywindeln eignen.

Wie wird eine Hufrehe diagnostiziert?

Für die Diagnose einer Hufrehe stehen verschiedene Untersuchungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Zunächst wird das Pferd ausführlich klinisch untersucht. Anschließend wird zumeist eine Lahmheitsuntersuchung auf festem Boden durchgeführt.

Dabei wird auf folgende Auffälligkeiten geachtet:

  • ein rehetypisches Gangbild,
  • Wendeschmerz,
  • Gangauffälligkeiten,
  • Schonverhalten.

Mithilfe einer Hufabdrückzange kann außerdem die Schmerzhaftigkeit des Hufes überprüft werden. Da eine Hufrehe für das betroffene Pferd sehr schmerzhaft ist, fällt dieser Test bei einer bestehenden Erkrankung meist positiv aus.

Röntgenaufnahmen ermöglichen es, ein bereits rotiertes Hufbein zu erkennen. Insbesondere für die Verlaufskontrolle sind diese Aufnahmen von großer Bedeutung.

Wie wird eine Hufrehe behandelt?

Bei der Behandlung einer Hufrehe werden mehrere Ziele verfolgt.

Zunächst ist es wichtig, die akuten Schmerzen des Pferdes zu lindern. Gleichzeitig muss der Auslöser der Hufrehe ermittelt und nach Möglichkeit schnellstmöglich beseitigt werden.

Neben der Schmerzlinderung wird auch die Entzündung behandelt. Dadurch soll die Schwellung der Huflederhaut reduziert und eine Absenkung oder Rotation des Hufbeins verhindert werden.

Dafür können schmerz- und entzündungshemmende Medikamente verabreicht werden.

Weitere unterstützende Maßnahmen sind:

  • das Kühlen der Hufe,
  • die Unterbringung auf einem weichen Untergrund,
  • entlastende Verbände,
  • spezielle Beschläge.

Diese Maßnahmen können zur Linderung der Beschwerden und zur Schonung der Hufe beitragen.

Bei speziellen Beschlägen ist eine enge Abstimmung mit dem zuständigen Hufschmied wichtig.

Wie ist die Prognose bei einer Hufrehe?

Die Prognose hängt entscheidend davon ab, ob sich das Hufbein während des Reheschubs verändert hat.

Ist es zu einer Absenkung oder Rotation des Hufbeins gekommen, kann eine lange Regenerationsphase erforderlich sein. Ob das Pferd anschließend wieder als Reitpferd eingesetzt werden kann, ist häufig fraglich.

Ohne Beteiligung des Hufbeins sind die Heilungschancen und die Prognose deutlich besser.

Auch der Auslöser der Hufrehe spielt eine wichtige Rolle. Entscheidend ist, ob die Ursache beseitigt werden kann.

Dies kann beispielsweise bei Vergiftungen oder im Zusammenhang mit dem Weidegang möglich sein. Bei chronischen Stoffwechselerkrankungen kann dies hingegen schwieriger sein.

Grundsätzlich gilt: Pferde, die bereits einmal an Hufrehe erkrankt sind, können zukünftig anfälliger für weitere Reheschübe sein.

Bei Verdacht unverzüglich handeln

Bei Verdacht auf eine Hufrehe sollten Sie unverzüglich tierärztliche Hilfe anfordern.

Wir sind für Sie und Ihr Pferd da.