Zahnbehandlung beim Pferd: wichtiger Bestandteil der Gesundheitsvorsorge
Regelmäßige Zahnkontrollen sind ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsvorsorge beim Pferd. Sie helfen dabei, Veränderungen oder Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und einer möglichen Verschlechterung durch eine passende Behandlung entgegenzuwirken.
Wie häufig eine Kontrolle sinnvoll ist, hängt vom Alter und vom Zustand der Zähne ab.
Wie wichtig ist eine Zahnbehandlung für mein Pferd?
Wie beim Menschen sollten auch beim Pferd regelmäßige Routinekontrollen der Zähne durchgeführt werden.
Die empfohlenen Abstände zwischen den einzelnen Kontrollterminen können unterschiedlich sein:
- Bei jungen Pferden im Zahnwechsel ist eine halbjährliche Kontrolle sinnvoll.
- Auch Pferde mit bekannten Zahnproblemen sollten etwa alle sechs Monate untersucht werden.
- Für gesunde Pferde ab einem Alter von fünf Jahren empfiehlt sich eine jährliche Zahnbehandlung.
Zeigt Ihr Pferd Anzeichen für mögliche Zahnprobleme, sollte unabhängig vom nächsten Routinetermin eine Tierärztin oder ein Tierarzt informiert werden.
Gesundheit beginnt beim Gebiss.
Woran lassen sich Zahnprobleme beim Pferd erkennen?
Zahnprobleme sind bei Pferden häufig nicht leicht zu erkennen. Teilweise werden sie erst in einem fortgeschrittenen Stadium deutlich.
Folgende Anzeichen können auf Erkrankungen der Zähne hinweisen:
- ein verschlechterter Allgemeinzustand,
- Gewichtsabnahme,
- unangenehmer Geruch aus dem Maul,
- Wickelkauen,
- Rittigkeitsprobleme,
- Anlehnungsprobleme,
- Headshaking.
Beim Wickelkauen fällt das Futter zu kleinen Röllchen geformt wieder aus dem Maul.
Treten solche Veränderungen auf, sollte eine tierärztliche Untersuchung erfolgen.
Wie bereiten Sie Ihr Pferd auf die Zahnbehandlung vor?
Am Tag der Behandlung darf Ihr Pferd wie gewohnt Wasser und Futter aufnehmen.
Direkt nach der Behandlung sollte aufgrund der Sedierung zunächst kein Futter angeboten werden. Fragen zum genauen Ablauf beantwortet Ihnen die behandelnde Tierärztin oder der behandelnde Tierarzt.
Was ist bei einer Behandlung am Stall vorzubereiten?
Findet die Zahnbehandlung am Stall statt, ist es hilfreich, den Behandlungsplatz bereits vor dem Eintreffen der Tierärztin oder des Tierarztes vorzubereiten.
Der Platz sollte:
- über einen Stromanschluss verfügen,
- einen Wasseranschluss bieten,
- rutschfest sein,
- die Möglichkeit bieten, oberhalb des Pferdes ein Seil zur Aufhängung des Pferdekopfes anzubringen.
Dafür können beispielsweise eine Stalldecke oder ein Türsturz genutzt werden.
Muss mein Pferd für die Zahnbehandlung sediert werden?
Eine gründliche Zahnbehandlung setzt eine umfassende Untersuchung der Maulhöhle voraus. Diese geht deutlich über das reine Abtasten der Zähne hinaus.
Für die genaue Betrachtung der einzelnen Strukturen wird ein Maulgatter verwendet. Es hält das Maul weit geöffnet und ermöglicht die Untersuchung der Zähne bis in die hinteren Bereiche.
Dafür muss das Pferd ruhig stehen. Ohne Sedierung ist eine gründliche Untersuchung kaum möglich und kann für das Pferd erheblichen Stress bedeuten.
Um die Verletzungsgefahr für alle Beteiligten möglichst gering zu halten und eine sorgfältige Behandlung durchführen zu können, ist eine Sedierung daher zu empfehlen.
Die Sedierung wird an das Gewicht und die Konstitution des Pferdes angepasst und ist erfahrungsgemäß gut verträglich.
Wie läuft eine Zahnsanierung beim Pferd ab?
Jede Behandlung beginnt mit einer ausführlichen Vorbesprechung. Dabei werden bestehende Probleme und der Anlass der Behandlung besprochen.
Anschließend erfolgt eine Voruntersuchung. Dabei wird festgestellt, ob und in welchem Umfang eine Zahnsanierung notwendig ist.
Ist eine Bearbeitung der Zähne erforderlich, wird das Pferd sediert.
Vor der Sedierung erfolgt eine kurze, aber gründliche Untersuchung des Herz-Kreislauf-Systems. Das Herz wird abgehört und der Allgemeinzustand des Pferdes beurteilt.
Erst danach erhält das Pferd die individuell abgestimmte Dosis der Sedierung.
Was wird bei der Zahnbehandlung gemacht?
Mithilfe eines Maulgatters wird das Maul des Pferdes geöffnet. Anschließend wird der genaue Zustand der Zähne nochmals optisch beurteilt.
Bei der Behandlung wird jeder Zahn sorgfältig untersucht.
Mögliche scharfe Kanten, Zacken oder Vorsprünge werden glatt geschliffen.
Falls weitere Veränderungen vorliegen, wird das weitere Vorgehen besprochen. Dazu können gehören:
- Karies,
- Parodontose,
- Zahnstein.
Zerbrochene, entzündete oder abgestorbene Zähne werden meist bei einem gesonderten Termin zunächst schonend gelockert und anschließend chirurgisch entfernt.
Sogenannte Wolfszähne können in vielen Fällen unkompliziert direkt am Stall entfernt werden.
Was ist nach der Zahnbehandlung zu beachten?
Nach einer Behandlung unter Sedierung sollte das Pferd zunächst ausreichend Ruhe bekommen, damit es vollständig aufwachen kann.
In dieser Zeit sollte es von anderen Pferden getrennt werden. So lassen sich Auseinandersetzungen vermeiden, solange das Pferd noch unter dem Einfluss der Sedierung steht.
Wenn das Pferd gut beobachtet wird und vollständig wach ist, kann meist nach etwa zwei Stunden wieder Futter angeboten werden.
Während der Aufwachphase darf das Pferd kein Futter erhalten. Im Halbschlaf könnte es zwar fressen, aber nicht ausreichend kauen.
Dadurch kann das Risiko für folgende Probleme entstehen:
- Schlundverstopfung,
- Kolik.
Auch starke Belastungen sollten am Tag der Zahnbehandlung vermieden werden.
Nach umfangreicheren Eingriffen kann eine besondere Nachsorge notwendig sein. Das genaue Vorgehen wird im jeweiligen Fall ausführlich besprochen.
Was kostet eine Zahnbehandlung beim Pferd?
Die Kosten einer Zahnsanierung richten sich grundsätzlich nach der Gebührenordnung für Tierärzte.
Ein Pauschalpreis kann nicht genannt werden, da sich der Aufwand von Fall zu Fall unterscheidet.
Einfluss auf die Kosten können unter anderem haben:
- der Umfang der Behandlung,
- die benötigte Menge an Medikamenten,
- mögliche Komplikationen,
- zusätzliche notwendige Maßnahmen.
Offene Fragen zum geplanten Behandlungsumfang oder zum verfügbaren Budget können vor dem Termin besprochen werden.
Regelmäßige Zahnkontrollen ernst nehmen
Regelmäßige Zahnkontrollen helfen dabei, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und mögliche Beschwerden rechtzeitig zu behandeln.
Zeigt Ihr Pferd Auffälligkeiten wie Gewichtsverlust, Wickelkauen, unangenehmen Maulgeruch oder Probleme beim Reiten, sollte eine tierärztliche Untersuchung erfolgen.
Wir sind für Sie da.
