Griffelbeinbruch beim Pferd: Behandlung und Prognose

Ein Griffelbeinbruch kann für das betroffene Pferd schmerzhaft sein, lässt sich in der Regel jedoch gut behandeln. Entscheidend ist, die Verletzung frühzeitig zu erkennen und die passende Therapie einzuleiten.

Je nach Lage und Art des Bruchs kommen eine konservative Behandlung oder eine Operation infrage. Nach einer sorgfältigen Rehabilitation ist die Belastbarkeit des Pferdes häufig wieder vollständig gegeben.

Wie entsteht ein Griffelbeinbruch beim Pferd?

Griffelbeinbrüche entstehen häufig auf der Weide. Mögliche Ursachen sind:

  • der Tritt eines anderen Pferdes,
  • Stürze,
  • Stolpern,
  • Unebenheiten im Boden,
  • das Anschlagen des Beins an eine feste Stange,
  • Verletzungen beim Wälzen,
  • das Streichen mit dem eigenen Bein.

In Einzelfällen können auch eine übermäßige Belastung durch zu hartes Training oder ein fehlendes beziehungsweise zu kurzes Aufwärmen eine Gefahr für diese empfindliche Knochenstruktur darstellen.

Ein Griffelbeinbruch ist dabei nicht mit einem vollständigen Beinbruch gleichzusetzen.

Was ist das Griffelbein beim Pferd?

Die Griffelbeine sind zwei sehr dünne und längliche Knochen, die sich an der Rückseite des Röhrbeins befinden. Da jedes Pferdebein über zwei Griffelbeine verfügt, besitzt ein Pferd insgesamt acht Griffelbeine.

Ursprünglich handelte es sich bei ihnen um die zweite und vierte Zehe des Pferdes. Diese haben sich im Laufe der Evolution immer weiter zurückgebildet.

Heute besitzen die Griffelbeine keine tragende Funktion mehr. Sie dienen jedoch weiterhin der Stützung der darüberliegenden Knochen und als Ansatz für Bänder.

Aufgrund ihrer schmalen Form sind sie besonders anfällig für Frakturen. Ein Bruch kann dadurch zu Problemen im betroffenen Pferdebein führen.

Welche Symptome kann ein Griffelbeinbruch verursachen?

Die Symptome eines Griffelbeinbruchs sind nicht immer eindeutig. Beschwerden in diesem Bereich können auch auf andere Erkrankungen hinweisen, beispielsweise auf Probleme an den Sehnen.

In vielen Fällen gibt deshalb erst ein Röntgenbild des betroffenen Beins zuverlässigen Aufschluss. Teilweise kann das gebrochene Knochenstück bereits beim Abtasten des Beins ertastet werden.

Bei einem gedeckten, also nicht offenen Bruch, können folgende Anzeichen auftreten:

  • Lahmheit,
  • eine Schwellung im Bereich des Bruchs,
  • Druckempfindlichkeit.

Ein offener Bruch ist deutlicher erkennbar, da zusätzlich eine Verletzung der Haut vorliegt.

Bemerken Sie eine offene Wunde im Bereich der Griffelbeine, sollten Sie unverzüglich eine Tierärztin oder einen Tierarzt verständigen.

Wie wird ein Griffelbeinbruch diagnostiziert?

Zu Beginn werden Röntgenaufnahmen angefertigt. Sie dienen dazu, die genaue Lage der Fraktur zu bestimmen.

Die Position der Bruchstelle ist für die weitere Behandlung entscheidend. Auf dieser Grundlage wird beurteilt, ob eine konservative Therapie möglich ist oder ob eine Operation erforderlich wird.

Wie wird ein Griffelbeinbruch behandelt?

Für die Behandlung stehen grundsätzlich zwei Möglichkeiten zur Verfügung:

  • die konservative Therapie,
  • die operative Therapie.

Welche Behandlung infrage kommt, hängt von der Art und Lage des Bruchs sowie von möglichen Begleitveränderungen ab.

Wann ist eine konservative Behandlung möglich?

Bei einer konservativen Therapie ist eine mehrwöchige, strikte Boxenruhe erforderlich.

Zusätzlich wird das Pferd mit entzündungshemmenden Medikamenten und Verbänden behandelt.

Diese Form der Behandlung kommt nur infrage, wenn:

  • es sich um einen gedeckten Bruch handelt,
  • keine Knochenzubildungen entstanden sind,
  • sich das abgebrochene Knochenfragment nicht verlagert.

Bereitet das gebrochene Griffelbein Probleme oder liegt ein offener Bruch vor, ist eine Operation meist notwendig.

Wie läuft eine Griffelbein-Operation ab?

Der genaue Ablauf der Operation richtet sich danach, an welcher Stelle des Griffelbeins der Bruch liegt.

Befindet sich die Fraktur im unteren Bereich, können abgebrochene Knochenstücke und Knochenzubildungen in der Regel entfernt werden.

Grundsätzlich muss das obere Drittel des Griffelbeins erhalten bleiben. Die unteren zwei Drittel können hingegen meist entfernt werden.

Die Aussage, das Griffelbein sei vollständig überflüssig, ist daher nicht korrekt. Das obere Drittel besitzt eine wichtige Stützfunktion für die darüberliegenden Gelenkknochen des Sprung- beziehungsweise Karpalgelenks und dient ihnen als eine Art Plattform.

Liegt der Bruch im oberen Bereich des Griffelbeins, können einzelne Bruchstücke verschraubt werden.

Wie verläuft die Nachsorge nach der Operation?

Auch nach einer Griffelbein-Operation benötigt das Pferd zunächst Boxenruhe.

Anschließend kann es schrittweise wieder an Bewegung und Belastung gewöhnt werden. Nach einer entsprechenden Rehabilitation ist die vollständige Belastbarkeit in der Regel wieder gegeben.

Wichtig ist, das Pferd nicht zu früh zu belasten und die Heilungsphase konsequent einzuhalten.

Welche Verbindung besteht zwischen Griffelbein und Fesselträger?

Das Griffelbein liegt in unmittelbarer Nähe zum Fesselträger.

Durch die Fraktur selbst oder durch narbiges Knochengewebe kann eine raue Oberfläche am Knochen entstehen. Diese kann für den Fesselträger problematisch werden, da er sich an den betroffenen Stellen aufscheuern kann.

Eine mögliche Beteiligung des Fesselträgers kann mithilfe einer Ultraschalluntersuchung beurteilt werden.

Auch während der Operation ist eine Beurteilung und Behandlung des Fesselträgers möglich.

Die weitere Therapie hängt vom Ausmaß der Verletzung ab. Gleiches gilt für die Prognose hinsichtlich einer späteren sportlichen Nutzung des Pferdes.

Wie ist die Prognose bei einem Griffelbeinbruch?

Die Prognose ist in der Regel sehr gut. Eine vollständige Heilung ist häufig realistisch.

Wichtig ist, den Griffelbeinbruch möglichst frühzeitig zu behandeln. Dadurch können mögliche Komplikationen und Schäden an den Sehnenstrukturen vermieden werden.

Während der Heilungsphase sollten insbesondere folgende Punkte beachtet werden:

  • Infektionen vermeiden,
  • die notwendige Boxenruhe einhalten,
  • das Pferd nicht zu früh belasten,
  • die Bewegung schrittweise steigern,
  • die Rückkehr ins Training kontrolliert gestalten.

Nach abgeschlossener Heilung und Rehabilitation kann das Pferd häufig wieder sportlich genutzt werden.

Eine Ausnahme können Brüche im oberen Bereich des Griffelbeins, am sogenannten Griffelbeinköpfchen, darstellen. In diesen Fällen ist die Prognose individuell zu beurteilen.

Griffelbeinbruch frühzeitig behandeln

Ein Griffelbeinbruch ist in vielen Fällen gut behandelbar. Voraussetzung ist eine frühzeitige Diagnose und eine konsequente Therapie und Nachsorge.

Wir sind für Sie da.