Eine Hufrehe ist für das betroffene Pferd sehr schmerzhaft und erfordert schnelles tierärztliches Handeln. Je nach Krankheitsstadium können unterschiedliche Symptome auftreten. Eine frühzeitige Untersuchung und Behandlung sind wichtig, um die Entzündung zu lindern und mögliche Veränderungen des Hufbeins zu verhindern.
Was ist eine Hufrehe?
Bei einer Hufrehe handelt es sich um eine Entzündung der Huflederhaut. Durch die Entzündung entsteht innerhalb des Hufes eine Schwellung.
Da die feste Hornkapsel eine Ausbreitung der Schwellung verhindert, kann im Huf ein teilweise sehr starker Druckschmerz entstehen. Gleichzeitig wird die Blutversorgung des Hufes beeinträchtigt.
Wird die Hufrehe nicht behandelt und klingt die Entzündung nicht ab, kann die Blutversorgung zunehmend eingeschränkt werden. Der Huf wird dadurch nicht mehr ausreichend versorgt.
In der Folge kann sich das Hufbein von der Hornkapsel lösen, absenken oder innerhalb der Hornkapsel verdrehen.
Wie lässt sich eine Hufrehe erkennen?
Bei einer Hufrehe wird zwischen der akuten und der chronischen Form unterschieden. Welche Symptome auftreten, hängt vom jeweiligen Krankheitsstadium ab.
Bereits vor einem akuten Reheschub können einzelne Anzeichen auf eine beginnende Entzündung hinweisen.
Mögliche erste Symptome sind:
- Unwilligkeit beim Geben der Hufe,
- zeitweise leichtes Lahmen im Schritt oder Trab,
- ein auffällig fühliges Gangbild.
Welche Symptome treten bei einem akuten Reheschub auf?
Mit Beginn eines akuten Reheschubs zeigen sich meist deutlichere Beschwerden. Das Pferd lahmt erkennbar und ist in seiner Bewegung eingeschränkt.
Die betroffenen Gliedmaßen werden nach Möglichkeit entlastet. Viele Pferde legen sich auch hin.
Weitere mögliche Anzeichen sind:
- spürbar warme Hufe,
- eine tastbare Pulsation der Arterien,
- deutliche Lahmheit,
- eingeschränkte Bewegung,
- Entlasten der betroffenen Gliedmaßen,
- vermehrtes Hinlegen.
Am häufigsten betrifft die Hufrehe beide Vorderhufe gleichzeitig. Sie kann jedoch auch nur an einem Huf, ausschließlich an den Hintergliedmaßen oder an allen vier Gliedmaßen auftreten.
Wie entwickelt sich eine chronische Hufrehe?
Unbehandelt kann sich eine akute Hufrehe zu einer chronischen Hufrehe entwickeln. Diese kann über Wochen oder Monate anhalten.
Aufgrund der starken Schmerzen wirken viele betroffene Pferde apathisch. Häufig zeigen sie einen verringerten Appetit und eine deutliche Bewegungsunlust.
Im weiteren Krankheitsverlauf kann am Huf außerdem eine verbreiterte weiße Linie sichtbar werden.
Verdacht auf Hufrehe: So handeln Sie richtig
Eine Hufrehe ist immer ein akuter tiermedizinischer Notfall und sollte umgehend behandelt werden.
Wenn Sie befürchten, dass Ihr Pferd an Hufrehe erkrankt ist, kontaktieren Sie schnellstmöglich eine Tierärztin oder einen Tierarzt. Nur so kann eine sichere Diagnose gestellt und mit der entsprechenden Behandlung begonnen werden.
Bis zum Eintreffen der tierärztlichen Hilfe können Sie bereits einige Sofortmaßnahmen ergreifen.
Dazu gehören:
- das Kühlen der betroffenen Hufe mit Wasser oder Eis,
- das Bereitstellen eines weichen Untergrundes.
Zum Kühlen können sich Hufschuhe oder Babywindeln eignen.
Wie wird eine Hufrehe diagnostiziert?
Für die Diagnose einer Hufrehe stehen verschiedene Untersuchungsmöglichkeiten zur Verfügung.
Zunächst wird das Pferd ausführlich klinisch untersucht. Anschließend wird zumeist eine Lahmheitsuntersuchung auf festem Boden durchgeführt.
Dabei wird auf folgende Auffälligkeiten geachtet:
- ein rehetypisches Gangbild,
- Wendeschmerz,
- Gangauffälligkeiten,
- Schonverhalten.
Mithilfe einer Hufabdrückzange kann außerdem die Schmerzhaftigkeit des Hufes überprüft werden. Da eine Hufrehe für das betroffene Pferd sehr schmerzhaft ist, fällt dieser Test bei einer bestehenden Erkrankung meist positiv aus.
Röntgenaufnahmen ermöglichen es, ein bereits rotiertes Hufbein zu erkennen. Insbesondere für die Verlaufskontrolle sind diese Aufnahmen von großer Bedeutung.
Wie wird eine Hufrehe behandelt?
Bei der Behandlung einer Hufrehe werden mehrere Ziele verfolgt.
Zunächst ist es wichtig, die akuten Schmerzen des Pferdes zu lindern. Gleichzeitig muss der Auslöser der Hufrehe ermittelt und nach Möglichkeit schnellstmöglich beseitigt werden.
Neben der Schmerzlinderung wird auch die Entzündung behandelt. Dadurch soll die Schwellung der Huflederhaut reduziert und eine Absenkung oder Rotation des Hufbeins verhindert werden.
Dafür können schmerz- und entzündungshemmende Medikamente verabreicht werden.
Weitere unterstützende Maßnahmen sind:
- das Kühlen der Hufe,
- die Unterbringung auf einem weichen Untergrund,
- entlastende Verbände,
- spezielle Beschläge.
Diese Maßnahmen können zur Linderung der Beschwerden und zur Schonung der Hufe beitragen.
Bei speziellen Beschlägen ist eine enge Abstimmung mit dem zuständigen Hufschmied wichtig.
Wie ist die Prognose bei einer Hufrehe?
Die Prognose hängt entscheidend davon ab, ob sich das Hufbein während des Reheschubs verändert hat.
Ist es zu einer Absenkung oder Rotation des Hufbeins gekommen, kann eine lange Regenerationsphase erforderlich sein. Ob das Pferd anschließend wieder als Reitpferd eingesetzt werden kann, ist häufig fraglich.
Ohne Beteiligung des Hufbeins sind die Heilungschancen und die Prognose deutlich besser.
Auch der Auslöser der Hufrehe spielt eine wichtige Rolle. Entscheidend ist, ob die Ursache beseitigt werden kann.
Dies kann beispielsweise bei Vergiftungen oder im Zusammenhang mit dem Weidegang möglich sein. Bei chronischen Stoffwechselerkrankungen kann dies hingegen schwieriger sein.
Grundsätzlich gilt: Pferde, die bereits einmal an Hufrehe erkrankt sind, können zukünftig anfälliger für weitere Reheschübe sein.
Bei Verdacht unverzüglich handeln
Bei Verdacht auf eine Hufrehe sollten Sie unverzüglich tierärztliche Hilfe anfordern.
Wir sind für Sie und Ihr Pferd da.
